Forschungsinhalte

Wir beschäftigen uns u.a. mit zwei interessanten, miteinander verwandten Forschungsrichtungen: Zum einen mit der Erforschung molekularer Mechanismen, die im Zusammenhang mit den schwangerschaftsassoziierten Krankheiten Präeklampsie und Schwangerschaftsdiabetes stehen, zum anderen werden die molekularen Funktionen mitotischer Kinasen in der Onkogenese untersucht. Hervorzuheben ist, dass ein normaler Schwangerschaftsverlauf und Tumorprogression viele gemeinsame Merkmale wie Invasion, antiapoptotische Eigenschaften und Immuntoleranz besitzen (Abbildung 1). Darüber hinaus stellen vor allem die Trophoblasten der Plazenta ein äußerst reizvolles Modell für die Krebsforschung dar, da diese die Fähigkeiten der Proliferation und Differenzierung, Migration, Angiogenese und Immunmodulation haben, zudem besitzen diese Zellen sowohl apoptotische wie auch antiapoptotische Eigenschaften. Daher kann bei einer Verknüpfung beider Forschungsschwerpunkte, sowohl die Geburtshilfliche-, wie auch die Tumorforschung profitieren.

Abbildung 1: Darstellung der gemeinsamen Merkmale eines normalen Schwangerschaftsverlaufs und einer Tumorentwicklung (Mitte und rechts). Links ist das aus Micro-Array Studien resultierende, relevante Plazenta Genprofil aufgelistet.

I. Molekulare Mechanismen von Präeklampsie

Präeklampsie ist eine der häufigsten Ursachen maternaler und perinataler Mortalität und Morbidität. Die klinischen Anzeichen für Präeklampsie bei der werdenden Mutter sind schwangerschaftsinduzierter Bluthochdruck, Proteinurie, Ödeme, Gerinnungsstörungen sowie Funktionsstörungen der Leber, der Niere und neurologische Pathomechanismen. Darüber hinaus ist die Präeklampsie assoziiert mit Frühgeburt, Wachstumsretardierung und Plazentaablösung. Trotz intensiver Forschungsbemühungen ist die Pathogenese der Präeklampsie nicht bekannt. Im Rahmen unserer Studien haben wir einen Micro-Array mit 92, Plazenta relevanten, Genen entworfen und die Genexpression präeklamtischer Patientinnen und Kontrollen analysiert. Unsere Daten zeigen, dass hauptsächlich die Expression von Genen der Angiogenese- und Migrationssignalwege verändert ist. Äußerst interessant ist, dass viele dieser Gene stark an der Tumorprogression beteiligt sind. Diese Gene werden in unserer Arbeitsgruppe in Bezug auf Proteinlevel, Lokalisation, Interaktionen, Regulation und Funktion, sowie vor allem ihre Rolle bei der Entwicklung maligner Tumore untersucht. Die aktuellen Forschungsprojekte zu Präeklampsie sind:

1. Genexpressionsprofile spezifischer Signalwege in päeklamtischen Plazenten (Abb. 2)
2. Charakterisierung und funktionelle Analyse der ausgewählten Gene in Bezug auf die Pathogenese von Präeklampsie. Ein Beispiel hierzu ist Survivin: ein wichtiges, multifunktionelles Protein (Abb. 3).
3. Molekulare Regulation der Angiogenese bei Präeklampsie, vor allem die Rolle des VEGF Systems.
4. Untersuchung der Proliferation und Apoptose bei Präeklampsie Erkrankungen.