Auszeichnungen und Preise 2019

PROF. KONCZALLA ERHÄLT YOUNG NEUROSURGEON AWARD DER WFNS

Prof. Jürgen Konczalla, Oberarzt der Klinik für Neurochirurgie, ist der Preisträger des diesjährigen Young Neurosurgeon Award der World Federation of Neurosurgical Societies (WFNS).

Die WFNS wurde im Jahr 1955 als eine nicht staatliche Wissenschaftsgesellschaft gegründet und ist eine weltweite Vereinigung sämtlicher neurochirurgischen Fachgesellschaften. In ihr sind 130 Mitgliedsländer aller Kontinente mit insgesamt 119 nationalen oder regionalen Gesellschaften und 6 Partnergesellschaften organisiert. Die WFNS stellt somit weltweit die wichtigste akademische Organisation im Bereich der Neurochirurgie dar.

Der Preis wurde an Prof. Konczalla auf dem diesjährigen Weltkongress der WFNS in Beijing/ China, der alle zwei Jahre stattfindet, im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung an der Großen Mauer mit über 3.000 Teilnehmern überreicht.

Prof. Konczalla wurde mit der 1.500 US-Dollar dotierten Auszeichnung für seine Forschungergebnisse im Bereich der Behandlung komplexer Hirngefäßaneurysmen mit Hilfe des Rapid-Ventricular-Pacing-Verfahrens geehrt. Der Young Neurosurgeon Award wird nu an Fachärzte unter 40 Jahren verliehen, um deren besonderes und bedeutendes Potential und Stellung innerhalb der WFNS zu verdeutlichen.

Beim Rapid Ventricular Pacing (RVP), das in einem interdisziplinären klinischen Forschungsvorhaben zwischen der Klinik für Neurochirurgie (Direktor: Prof. Volker Seifert), der Klinik für Kardiologie/ Medizinische Klinik III (Direktor: Prof. Andreas Zeiher) und der Klinik für Anästhesiologie (Direktor: Prof. Kai Zacharowski) entwickelt wurde, wird über eine Vene ein temporärer Herzschrittmacher in die rechte Herzkammer eingebracht. Hiermit ist man ind er Lage, den Herzschlag des Patienten kontrolliert kurzzeitig sehr stark zu beschleunigen, was zu einem deutlichen und präzise steuerbarem Absinken des Blutdrucks führt. Durch diesen gezielten Blutdruckabfall wird eine nahezu vollstädnige Blutleeren in dem zu behandelnden Aneurysma erreicht, wodurch es dem Neurochirurgen möglich ist, auch große und komplexe Aneurysmen erfolgreich und sicher mikrochirurgisch zu verschließen.

Prof. Jürgen Konczall (r.) bei der Preisverleihung unmittelbar an der Chinesischen Mauer am Juyong Pass

In der prämierten Forschungsarbeit wurden nun verschiede Methoden verglichen, komplexe Aneurysmen zu behandeln. Die postoperative Kernspintomographie des Gehirns zeigte bei zwei anderen Methoden (temporäres Clipping und Adenosin-Behandlung) in je circa 30 Prozent des Patienten ischämische Veränderungen, während solche Veränderungen unter Verwendung des RVP-Verfahrens nur bei drei Prozent der Patienten auftraten, was somit einen erheblichen Sicherheitsvorteil des RVP gegenüber den anderen Verfahren belegt.

Um die operative Versorgung komplexer Hirngefäßaneurysmen unter Einsatz des RVP-Verfahrens weiter wissenschaftlich zu evaluieren, soll ein Antrag auf Förderungeiner multizentrischen europäischen Studie durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft gestellt werden.

Weitere Informationen: Prof. Jürgen Konczalla, Juergen.Konczalla@kgu.de